























































Links: Eiderdown Jacket, Charles James (1937)
Rechts: Referenzen
Forschungsposition
Die Eiderdown Jacket von 1937 wird hier nicht lediglich als Kleidungsstück betrachtet, sondern als System der Inszenierung, in dem Herstellung, Bildproduktion und institutionelle Rahmung zusammenwirken und Autorität erzeugen. Ihre Relevanz liegt weniger in ihrer Tragbarkeit als in ihrer Fähigkeit, das Verhältnis zwischen Körper, Arbeit und Repräsentation neu zu ordnen.
Das Kleidungsstück arbeitet mit einem Übermaß an Volumen, Gewicht und Isolation als szenografischer Strategie. Der Körper wird nicht betont, sondern verschoben. Arbeit wird nicht durch Transparenz sichtbar gemacht, sondern durch materielle Dichte und Proportion erfahrbar. Unsichtbarkeit erscheint hier nicht als Zufall, sondern als strukturelle Bedingung von Mode.
Autorität entsteht durch kontrollierte Zirkulation. Skizzen, Fotografien, museale Präsentationen und editoriale Sequenzierungen transformieren ein eigensinniges Objekt in einen wiederkehrenden Bezugspunkt, ohne seine Bedeutung endgültig festzuschreiben. Der Status des Kleidungsstücks bleibt beweglich und wird fortlaufend durch Repräsentationssysteme neu organisiert.
In Ausstellungs- und Publikationskontexten wird die Jacke nicht neutralisiert. Ihre Funktion verschiebt sich vom Gebrauch zur Demonstration. Sie wird zu einem Ort, an dem Mode als konstruiertes System sichtbar wird und nicht als abgeschlossenes Produkt.
In diesem Sinne wird die Eiderdown Jacket zu einem produktiven Fall für künstlerische Forschung. Herstellung wird nicht als bloße Reproduktion verstanden, sondern als analytisches Verfahren. Durch das Nachvollziehen formaler und materieller Entscheidungen werden Mechanismen von Legitimation, ästhetischer Intensität und Sichtbarkeit untersuchbar.